Aktiventag

Der zweite Aktiventag in Münster fand am 6. April 2019 im Kulturquartier statt und war wieder eine Mischung aus verschiedenen Vorträgen und Workshops aus den Bereichen Veganismus und Tierrechts-/-befreiungsaktivsmus. Dazwischen gab es die Möglichkeit, sich auszutauschen, zu vernetzen und sich über die Arbeit der verschiedenen Gruppen in Münster zu informieren.

 

Zum Gelingen dieses tollen Tages haben viele Menschen auf unterschiedliche Weise beigetragen, u. a. die tierbefreier e. V., die tierretter e. V., das Kulturquartier, Wheaty, Veganblitz, Lars, der uns ganz wunderbar mit Essen versorgt hat, unsere Technik-Crew, alle Referent*innen und die Putz- und Aufräumhelfer*innen!

Vortrag „Mensch-Tier-Bildung"
Mensch Tier Bildung e.V. ist ein Verein mit Sitz in Berlin, der überregional altersgerechte Workshops und Projekttage anbietet, in denen sich Kinder und Jugendliche mit der Situation von „Nutztieren“ in unserer Gesellschaft beschäftigen. Diskutiert wird unter anderem, ob sich etwas an der alltäglichen Praxis ändern sollte und wie jede*r selbst dazu beitragen könnte. Spielerisch und mit verschiedenen Methoden wird Mitgefühl geweckt, Information vermittelt, zum eigenen Nachdenken angeregt und zum Handeln motiviert. Das Angebot richtet sich an Schulen, Jugendtreffs und FÖJ-Seminare. Außerdem kooperiert MTB mit dem Lebenshof „Land der Tiere“ in Mecklenburg-Vorpommern, wo abwechslungsreiche Projekttage stattfinden. Wie ein konkreter Workshop aussehen kann und welche Materialien MTB nutzt, wurde in dem Vortrag vorgestellt.

Vortrag „Widerstand ein Leben lang: Nachhaltiger Aktivismus"
Die Arbeit sozialer Bewegungen wird zu Recht häufig mit einem Marathon statt mit einem Sprint verglichen. Aktivist*innen brauchen einen langen Atem und sind einer Vielzahl von Belastungen ausgesetzt. Themen wie chronische Schmerzen, Trauma, Burnout, Diskriminierung und Konflikte in Bezugsgruppen sowie Repression sollten mehr Beachtung in unserem Aktivismus finden. Im Vortrag wurde am Beispiel der Tierbefreiung ein Überblick über die vielfältigen Belastungen und mögliche Lösungsansätze i. S. eines nachhaltigen Aktivismus gegeben.

Vortrag „Der Lebenshof Charly's Ranch in Hamm“
Charly’s Ranch ist ein Lebenshof in Hamm-Heessen und wird von dem gemeinnützigen und gleichnamigen Verein Charly’s Ranch e. V. geführt. Derzeit leben hier rund 40 Tiere – von Hühnern über Katzen und Hunden bis hin zu Schweinen, Schafen und Ponys. Charly, der Namensgeber des Projektes, war das erste Pony, das gerettet werden konnte. Er steht stellvertretend für das viele Leid, das Menschen Tieren antun. Tieren wie Charly möchte der Lebenshof eine Heimat geben und ihnen zeigen, wie schön das Leben sein kann. Mit der Arbeit möchte der Verein ein Bewusstsein für das Leiden der Tiere in unserer Gesellschaft schaffen und sich für eine Welt einsetzen, in der die Tiere als fühlende Wesen gesehen werden, die dieselben Bedürfnisse haben wie Menschen.

Vortrag „Ärzte gegen Tierversuche: Medizinischer Fortschritt ist wichtig.

Tierversuche sind der falsche Weg“

Die Leitfrage ist: „Warum gibt es Tierversuche, wo und warum werden sie gemacht?“ Seit ca. 150 Jahren wird intensiv mit dem sogenannten Goldstandard – dem Tierversuch – gearbeitet. Doch werden die Stimmen der Menschen immer lauter, die sich gegen Tierversuche stellen. Denn sie liefern nicht die gewünschten Ergebnisse – rund 95 Prozent aller am Tier erfolgreich getesteten Medikamente schaffen es nie durch die Humanprüfung. Die Forscher stehen mit dem Rücken zur Wand, denn immer mehr Menschen glauben ihnen die Sinnhaftigkeit ihres Tuns nicht. Von den ethischen Fragen ganz zu schweigen! Ärzte gegen Tierversuche ist ein Verein, der bereits vor 40 Jahren von Ärzten gegründet wurde, um alle Tierversuche abzuschaffen und sie durch sinnvolle Alternativen zu ersetzen. Diese wurden u. a. im Vortrag aufgezeigt.

Workshop „1001 Möglichkeit aktiv zu sein“
Aktivismus ist vielfältig und jede*r kann aktiv sein! In diesem Workshop haben wir verschiedene Aktionsideen zu einem Tierrechtsthema entwickelt. Der Fokus lag hierbei auf den beteiligten Personen und ihren „Jobs“ im Rahmen der Aktion. Wir haben gemeinsam herausgearbeitet, welche unterschiedlichen Stärken und Fähigkeiten zum Gelingen einer Aktion beitragen. Zum Abschluss habt ihr euch überlegt, welche „Jobs“ zu euch passen – und den anderen mitgeteilt, was ihr gut könnt!

Vortrag und Workshop „Rhythms of Resistance“
Rhythms of Resistance ist ein transnationales, antihierarchisches, antikapitalistisches, antisexistisches und antirassistisches Netzwerk, das für soziale und ökologische Gerechtigkeit kämpft. RoR stellte euch dieses Netzwerk sowie deren Aktionsformen, insbesondere das an Samba angelehnte Trommeln, genauer vor. Zum Ausklang des Tages wurden auf Töpfen, Deckeln, Eimern o. Ä. gemeinsam ein paar Rhythmen gespielt.